Archiv für den Monat: Februar 2014

1% Regelung für Fahrzeugnutzung

Bei der unternehmerischen Nutzung eine PKW gibt es ein Paradoxon, über das ich hier mal berichten möchte. Das Problem betrifft ausschließlich Einzelunternehmen und Personenhandelsgesellschaften.

Grundsätzlich ist es so, dass die Kosten eines unternehmerisch genutzter PKW immer dann abgesetzt werden können, wenn das Fahrzeug zu mindesten 10% betrieblich genutzt wird. Ab einer betrieblichen Nutzung von 50% kommt man in den Genuß von Aufzeichnungserleichterungen in Form der 1% Regelung. Dass heißt der Eigenverbrauch ist in Höhe von 1% des Bruttolistenneupreises des Fahrzeugs zu bemessen. Wenn nun bei einer mindesten 50% betrieblichen Nutzung der Privatanteil mit 1% zu ermitteln ist, dann müssten also die Gesamtkosten des Fahrzeuges pro Jahr mindestens 2% des Bruttolistenpreises betragen.

Pech für alle die ein günstiges Leasingfahrzeug fahren. Dort betragen die monatlichen Leasingraten gerne mal 0,8 – 1,2% des Listenpreises, ohne Anzahlung, bei 20.000 km Laufleistung. Rechnet man jetzt mal die Kosten zusammen: 20.000km x 7 Liter Diesel Verbrauch je 100 km x 1,15 EUR(netto) = 1.610 EUR. Leasingrate 1% (brutto) bei 35.000 EUR = 3.529 EUR, Steuer 300 EUR, Versicherung 1.000 EUR macht insgesamt 6.439 EUR. Zu versteuern habe ich jedoch 4.200 EUR, dass sind 65,2% Privatanteil.

Rechen wir mal weiter, 35.000 EUR ist für ein Firmenwagen ja nicht so viel: Ein gut ausgestatteter Audi A6, gerade für Sie bei Sixt durchgerechnet. Listenpreis 60.105 EUR, Leasingrate 20.000km, keine Anzahlung 658,15 (brutto) = 553,06 netto x 12 = 6.636,72, Verbrauch, Steuer und Versicherung wie oben = Gesamtkosten 9.546,72. Versteuern muss man allerdings 7.212,60 EUR = 75,55% der Gesamtkosten. Natürlich sind da noch keine Kosten für Wartung und Verschleiß hineingerechnet, diese lassen sich jedoch bei dem Audi Beispiel für 80 EUR (Wartung + Reifen) pro Monat Netto hinzubuchen und verschieben das Bild nur unwesentlich.

Man fordert also seitens der Finanzverwaltung eine betriebliche Nutzung von mindestens 50%, in der Praxis trägt man in den hier genannten Beispielen bis zu 75% der Gesamtkosten selbst. Es macht daher durchaus Sinn ein Fahrtenbuch zu führen und auf die 1% Regelung zu verzichten.