1% Regelung für Fahrzeugnutzung

Bei der unternehmerischen Nutzung eine PKW gibt es ein Paradoxon, über das ich hier mal berichten möchte. Das Problem betrifft ausschließlich Einzelunternehmen und Personenhandelsgesellschaften.

Grundsätzlich ist es so, dass die Kosten eines unternehmerisch genutzter PKW immer dann abgesetzt werden können, wenn das Fahrzeug zu mindesten 10% betrieblich genutzt wird. Ab einer betrieblichen Nutzung von 50% kommt man in den Genuß von Aufzeichnungserleichterungen in Form der 1% Regelung. Dass heißt der Eigenverbrauch ist in Höhe von 1% des Bruttolistenneupreises des Fahrzeugs zu bemessen. Wenn nun bei einer mindesten 50% betrieblichen Nutzung der Privatanteil mit 1% zu ermitteln ist, dann müssten also die Gesamtkosten des Fahrzeuges pro Jahr mindestens 2% des Bruttolistenpreises betragen.

Pech für alle die ein günstiges Leasingfahrzeug fahren. Dort betragen die monatlichen Leasingraten gerne mal 0,8 – 1,2% des Listenpreises, ohne Anzahlung, bei 20.000 km Laufleistung. Rechnet man jetzt mal die Kosten zusammen: 20.000km x 7 Liter Diesel Verbrauch je 100 km x 1,15 EUR(netto) = 1.610 EUR. Leasingrate 1% (brutto) bei 35.000 EUR = 3.529 EUR, Steuer 300 EUR, Versicherung 1.000 EUR macht insgesamt 6.439 EUR. Zu versteuern habe ich jedoch 4.200 EUR, dass sind 65,2% Privatanteil.

Rechen wir mal weiter, 35.000 EUR ist für ein Firmenwagen ja nicht so viel: Ein gut ausgestatteter Audi A6, gerade für Sie bei Sixt durchgerechnet. Listenpreis 60.105 EUR, Leasingrate 20.000km, keine Anzahlung 658,15 (brutto) = 553,06 netto x 12 = 6.636,72, Verbrauch, Steuer und Versicherung wie oben = Gesamtkosten 9.546,72. Versteuern muss man allerdings 7.212,60 EUR = 75,55% der Gesamtkosten. Natürlich sind da noch keine Kosten für Wartung und Verschleiß hineingerechnet, diese lassen sich jedoch bei dem Audi Beispiel für 80 EUR (Wartung + Reifen) pro Monat Netto hinzubuchen und verschieben das Bild nur unwesentlich.

Man fordert also seitens der Finanzverwaltung eine betriebliche Nutzung von mindestens 50%, in der Praxis trägt man in den hier genannten Beispielen bis zu 75% der Gesamtkosten selbst. Es macht daher durchaus Sinn ein Fahrtenbuch zu führen und auf die 1% Regelung zu verzichten.

 

Kasse und das Finanzamt

Beim Einsatz einer Kasse gewährt Ihnen das Finanzamt eine Aufzeichnungserleichterung. Sie müssen dann nämlich nicht jede einzelne Einnahme aufzeichnen, es reicht wenn Sie an der Registrierkasse einen sogenannten Z-Bericht ausrucken. Diese haben eine fortlaufende Nummer so dass das Fehlen eines Berichtes sofort auffallen würde. Hierdurch kann das Finanzamt nachprüfen, ob Ihre Aufzeichnungen vollständig sind.

Kassenrollen und die Aufbewahrungspflicht

In den meisten Ladengeschäften stehen mittlerweile Registrierkassen. Bei diesen hat sich der Einsatz von Thermopapier immer mehr durchgesetzt. Bei Kassenrollen aus Thermopapier gibt es leider einen entscheidenden Nachteil, es bleicht nach einer gewissen Zeit aus und wird unleserlich. Allerdings gibt es auch hier große Qualitätsunterschiede. Bei einer schlechten papierqualität ist das Ausbleichen bereits nach ein paar Wochen spürbar. Es gibt allerdings auch Thermorollen bei denen der Hersteller bei ordnungsgemäßer Lagerung eine Garantie von 10 Jahren gegen ausbleichen gibt. Die steuerlichen Aufbewahrungsfristen für Kassenberichte betragen ebenfalls 10 Jahre, so dass der Einsatz eines solchen Papiers anzuraten ist.

Krankenkassenbeiträge sollen wieder sinken

Ein 50 Milliarden Euro schweres Maßnahmenpaket zur Belebung der Konjunktur wurde gerade geschnürt. Dabei werden nicht nur Maßnahmen zur Senkung der Steuerlast umgesetzt sondern auch zur Senkung der Soziallasten.

Der Krankenkassenbeitrag soll z.B. nun von den festegschriebenen 15,5% auf 14,9% sinken.  Ob diese Maßnahme die Wirtschaft belebt, wage ich einmal ganz stark zu bezweifeln. Der durchschnittliche Beitragssatz über alle Krankenkassen lag im Jahr bei 14,9%, erst zum Jahreswechsel wurde dieser erhöht. Es wird lediglich der Status Quo des vergangenen Jahres gehalten.

Wo bleiben die vielen Steuermilliarden

Ich frage mich seit einiger Zeit, was unser Staat mit den vielen Steuermilliarden so alles anfängt. Die Steuereinnahmen steigen von Jahr zu Jahr, ein Ende der Neuverschuldung scheint dennoch nicht in Sicht zu sein.

Vergleicht man mal die Entwicklung der Steuereinnahmen mit der Entwicklung der Inflation, wird meiner Meinung nach sehr deutlich, dass der Staat nicht gerade eine strenge Haushaltsdisziplin an den Tag legt:

 

Jahr Steuereinnahmen in Milliarden Steigerung in % zum Vorjahr Inflationsrate in %
2005 452,1
2006 488,4 8,02% 1,7%
2007 538,2 10,19% 2,2%
2008 noch offen

Für das Jahr 2008 liegen zwar noch keine Zahlen vor, es wird aber ein recht deutlicher Anstieg der Steuereinnahmen erwartet.